PERSON(EN): Saltymakova M.A.
Der Begriff „Heimat“ in den Lebenserinnerungen von Russlanddeutschen // Ežegodnik Meždunarodnoj associacii issledovatelej istorii i kul′tury rossijskih nemcev. – 2018. - № 4. – S. 219-226.
VERLEGER, ERSCHEINUNGSJAHR: M., 2018
SPRACHE(N): Russisch
MATERIALART: Artikel
BIBLIOGRAFISCHE BESCHREIBUNG: Ponâtie «Heimat»v vospominaniâh rossijskih nemcev / M.A. Saltymakova // Ežegodnik Meždunarodnoj associacii issledovatelej istorii i kul′tury rossijskih nemcev. – 2018. - № 4. – S. 219-226.
Die Autorin untersucht, ausgehend von der Analyse
der in Wörterbüchern zu findenden Definitionen
für die Lexeme „Heimat“ [russ.: „Rodina“], den Begriff
„Heimat“ in der Sprache der Russlanddeutschen
mittels primärer Nomination an Beispielen von Lebenserinnerungen,
die Russlanddeutsche geschrieben
haben. Im Ergebnis der analysierten Beispiele
werden in dem Beitrag drei Gruppen von Russlanddeutschen
benannt: 1. die Gruppe von Deutschen,
für die Russland im weitesten Sinne des Wortes Heimat
bedeutet, 2. die Gruppe von Deutschen, für die
Russland im engeren Wortsinn Heimat bedeutet,
d. h., eine konkrete Region oder eine Ortschaft und
3. die Gruppe von Deutschen, für die Deutschland
Heimat bedeutet. Der Begriff „Heimat“ wird somit
von der Autorin sowohl im weiteren Sinne interpretiert,
wenn es z. B. um ein konkretes Land, Russland
oder Deutschland, geht, als auch im engeren Sinne,
wenn unter „Heimat“ eine konkrete Region oder
eine Ortschaft verstanden wird. Was unter dem Begriff
„Heimat“ zu verstehen ist, ändert sich bei den
Russlanddeutschen dynamisch und leicht im Laufe
der Zeit und in Abhängigkeit von den Umständen.
Die analysierten Beispiele lassen die Autorin zu
dem Schluss kommen, dass die hier geborenen Russlanddeutschen,
ungeachtet aller Entbehrungen und
Schikanen, die sie während des Großen Vaterländischen
Krieges und danach erdulden mussten, mehrheitlich
Russland als ihre Heimat betrachten. Nach
der Untersuchung der Beispiele für die primäre Nomination
von „Heimat“ in den Lebenserinnerungen
von Russlanddeutschen gelangt die Autorin zu der
Schlussfolgerung, dass jeder Russlanddeutsche seine
individuellen Gefühle in diesen Begriff einbringt und
daher Russland oder Deutschland als seine Heimat
ansieht. Perspektivisch steht eine weitere Untersuchung
der Autorin an – die sekundäre Nomination
des Begriffs „Heimat“.
Lesesaal des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Deutsch-Russischen Haus Moskau
Sachgruppe: Sammelbänder wissenschaftlicher Konferenzen
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