PERSON(EN): Furman E.L.
Käse- und Butterherstellung in den deutschen Kolonien an der Wolga und landwirtschaftliche Kooperation im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts / E.L. Furman // Ežegodnik Meždunarodnoj associacii issledovatelej istorii i kul′tury rossijskih nemcev. – 2018. - № 4. – S.72-75.
VERLEGER, ERSCHEINUNGSJAHR: M., 2018.
SPRACHE(N): Russisch
MATERIALART: Artikel
BIBLIOGRAFISCHE BESCHREIBUNG: Syrovarenie i maslodelie v nemeckih koloniâh Povolž′â i sel′skohozâjstvennaâ kooperaciâ v pervoj treti HH v. / E.L. Furman // Ežegodnik Meždunarodnoj associacii issledovatelej istorii i kul′tury rossijskih nemcev. – 2018. - № 4. – S.72-75.
Der Artikel befasst sich mit der Geschichte der Käse- und Butterherstellung in den deutschen Kolonien an der Wolga. Vor der Revolution war die Milchverarbeitung in den Kolonien ein Domäne der Mennoniten, die schon von alters her über die Rezepte und das Wissen um die Verfahren zur Herstellung von qualitativ hochwertigem Käse verfügten und eigene Molkereien besaßen. Auf den Auenwiesen östlich der Wolga bauten die Mennoniten die Gräser und Kräuter für die Höfe an, die sich auf die Haltung von Zuchtvieh spezialisiert hatten, für das es ab dem zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts eine große Nachfrage gab. Die Milchprodukte eroberten allmählich den einheimischen Markt, wobei die Nachfrage bei den Bewohnern von Pokrovsk und Saratov besonders groß war. Die im Bürgerkrieg lahmgelegte Butter- und Käseherstellung lebte danach nicht nur in den Mennonitendörfern wieder auf, sondern auch weit darüber hinaus. Der Großteil der Produktion entfiel auf spezialisierte Milchgenossenschaften.
Die Autorin verweist darauf, dass der Höhepunkt der Butter- und Käseherstellung in den Jahren 1926/27 war, als es 48 Betriebe gab, die Butter und Käse herstellten. Am Beispiel der Aktivitäten einer Landwirtschaftskooperative in den 1920-er Jahren werden die Besonderheiten bei der Entstehung dieses Produktionszweiges innerhalb des Kooperationssystems und dessen Einfluss auf die Entwicklung der Viehzucht in der Wolgarepublik sowie der Zulieferindustrie und kooperativen Infrastruktur herausgearbeitet. Unter den Bedingungen des risikobehafteten Ackerbaus in diesem Gebiet waren der Absatz und die Verarbeitung von Milch eine aussichtsreiche Alternative für die Entwicklung der Volkswirtschaft in der Wolgarepublik, eine mögliche Alternative zur traditionellen Getreidewirtschaft.
Lesesaal des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Deutsch-Russischen Haus Moskau
Sachgruppe: Sammelbänder wissenschaftlicher Konferenzen
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