PERSON(EN): Černova-Döke T.N.
Geschichte und Erinnerung in der objektiven Realität (zum 200. Jahrestag der Gründung deutscher Kolonien im Südkaukasus) // Ežegodnik Meždunarodnoj associacii issledovatelej istorii i kul′tury rossijskih nemcev. – 2018. - № 4. – S. 10-22.
VERLEGER, ERSCHEINUNGSJAHR: Moskva, 2018.
SPRACHE(N): Russisch
MATERIALART: Artikel
BIBLIOGRAFISCHE BESCHREIBUNG: Istoriâ i pamât′ v ob″ektivnoj real′nosti (k 200-letij osnovaniâ nemeckih kolonij na Jžnom Kavkaze) / T. Černova-Dëke // Ežegodnik Meždunarodnoj associacii issledovatelej istorii i kul′tury rossijskih nemcev. – 2018. - № 4. – S. 10-22.
Der Beitrag ist dem 200. Jahrestag der Umsiedlung von Schwaben aus dem Königreich Württemberg in den Süden des Russischen Reiches und der Gründung von acht deutschen Kolonien in Transkaukasien gewidmet. Die Autorin stellt den zivilisatorischen Wert dieses Ereignisses, die Schicksalswendungen im Leben der Kaukasusdeutschen und die Haltung der Regierung sowie der örtlichen Behörden dar. Sie analysiert regionale Besonderheiten bei der Entstehung deutscher Kolonien sowie deren Verwaltung und sie charakterisiert das religiöse Leben der Kolonisten.
Die Entstehung der Schwabenkolonien wurde von der Regierung und den örtlichen Behörden aktiv gefördert, gestaltete sich aber nichtsdestoweniger schwierig: die Erschließung von Neuland, die Gewöhnung an die schweren klimatischen Verhältnisse, Krankheiten und eine hohe Sterblichkeit, die materiellen Verluste im Russisch-Persischen Krieg sowie die sozialpsychologische und soziokulturelle Anpassung ohne Sprachkenntnisse in einem fremden Umfeld. Die beharrliche Arbeit trug jedoch Früchte: Die Kolonien spezialisierten sich, und es gelang der Übergang von der Natural- zur Warenwirtschaft. Die deutschen Kolonien, einschließlich der Tochterkolonien, waren nicht nur in Transkaukasien, sondern auch im Russischen Reich und später in der Sowjetunion ein wichtiger ökonomischer Faktor. Im Oktober 1941 wurden die Deutschen aus Transkaukasien nach Kasachstan deportiert. In den 1990-er Jahren siedelten die meisten von ihnen nach Deutschland über.
Die würdige Begehung des Jubiläums durch die Nachfahren in Deutschland und im Kaukasus erinnerte daran, dass der Weg, den die Kaukasusdeutschen zurückgelegt haben, nicht nur zur deutschen, sondern auch zur russischen Geschichte der imperialen und sowjetischen Periode gehört und Teil der Geschichte der Russlanddeutschen ist.
Lesesaal des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Deutsch-Russischen Haus Moskau
Sachgruppe: Sammelbänder wissenschaftlicher Konferenzen
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